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The Lesser Panda Ramen

Wer kennt Ramen? Was sich anhört, wie zwei Päckchen Streichzartmargarinen, wird im The Lesser Panda Ramen eines Besseren belehrt. Eines viel Besseren. Denn hier baden Bio-Produkte aus der Region in einer selbst angesetzten Brühe mit japanischen, hausgemachten Nudeln. Ramen sind echte Umami-Geschmacksbomben, vor allem im Zusammenspiel mit der Leidenschaft und dem Lokalpatriotismus von Florian Ridder. 

Wie kommst du zu der japanischen Nudelsuppe?
Ewig lange Geschichte kurzgefasst: Ich war für Juan Amador (deutscher Drei-Sterne-Koch) in Singapore tätig, um dort ein neues Restaurant für ihn zu eröffnen/zu betreuen. Mein bester Freund und Mitgründer des Lesser Panda Ramen hat mich dort besucht. Wir haben uns durch die besten und renomiertesten Läden der ganzen Stadt gefuttert, aber das was bei ihm am stärksten hängen geblieben ist, war mein Lieblings-Ramen-Laden "Sanpoutei". Man könnte sagen, ein Umami-Erlebnis, dass das Leben verändert. Knapp anderthalb Jahre später war es soweit, ich bin zurück nach Hamburg, und wir haben diese Idee auf die Beine gestellt. 


Was ist deine wilde Geschichte?

Von innen betrachtet fühlt es sich meistens gar nicht so besonders wild an. Ich habe schon immer irgendwie gekocht. Meine Mutter hatte wenig Zeit, war alleinerziehend. Ich habe meistens das Mittagessen zubereitet. Das es mir auch einfach richtig Spaß gemacht, weil ich gemerkt habe, dass das etwas ist, was ich ein bisschen kann. 
Die Idee, Koch werden zu wollen, war also relativ früh da. Über Umwege und Empfehlungen hatte ich das Glück, im Restaurant Piment bei Wahabi Nouri (1 Stern) meine Ausbildung machen zu dürfen, und da hat es mich dann richtig gepackt, auch wenn die Arbeit hart war (alte Schule, Sechs-Tage-Woche, lange Schichten, alles was dazu gehört, ich fand es klasse). Wahabi Nouri, ein super Typ, hat nicht nur mein Kochen, sondern auch meinen Charakter sehr geprägt. 
Danach bin ich zu Kevin Fehling nach Travemünde gegangen. Ganz neue Herausforderung, drei Sterne, das war natürlich extrem besonders für mich. Und danach ging es direkt zu Juan Amador nach Singapore. Die Stadt hat mich sehr stark geprägt, es ist ein absolutes Foodie-Paradies. 

Du hast einen sehr nachdenklichen Post geschrieben, ob ihr die Corona-Zeit übersteht. Was erlebst du gerade persönlich?
Es ist ein wildes "Auf und Ab", nein eher "Ab und Ab". Wir alle hängen in der gleichen Situation. Ich finde es ein bisschen schade, wenn auch nachvollziehbar, dass nach den ersten Wochen der Solidarität, dieser besondere Zusammenhalt in der Gesellschaft so schnell wieder zusammenbricht. Einzelne Branchen kämpfen für sich selbst und besser ausgestattete Branchen haben vielleicht auch besseren Zugang zu der Politik, dann fühlen sich die anderen "vergessen", es wird sich beschwert, warum der eine darf und der andere nicht und-und-und. Ich finde, darum geht es gerade nicht, es geht um das große Ganze. Wir hängen alle zusammen da drin und sollten alle füreinander da sein, und in vielen Fällen klappt das ja auch wunderbar. 

Schnell wandelt sich der Ton von "Bitten um Hilfe" in "Forderungen". Vielleicht ist das mein Freiheitsbedürfnis, ich weiß es nicht, aber ich mag keine "Forderungen". Ich finde dieses Thema ist viel zu komplex und viel zu wichtig, als das ich es mir als Gastronom, egal, welche wirtschaftlichen Sorgen ich gerade habe, etwas zu fordern, dessen ganzes Ausmaß ich vielleicht nicht verstehe. Ich bin kein Mediziner, ich kein kein Virologe und ich bin auch nicht der Wirtschaftsminister. 

Ich kenne meine Umsätze, und die sehen momentan nicht so rosig aus. Natürlich rechnet keiner mit einer weltweiten Pandemie, aber die braucht es ja gar nicht, damit ein Laden auch mal pleitegeht. Das kann immer passieren. Das ist tragisch und ich will es auch nicht runterspielen, aber mein unternehmerisches Risiko kann ich nicht gegen das Risiko des Menschensterbens abwägen. 

Jeder sollte mal ab und zu an die Solidarität zurückdenken und sich überlegen, wie man etwas von dieser Magie auch nach Corona in den Alltag einbringen kann.

 

Was wäre deiner Meinung nach ein Muss, was die Regierung tun müsste?
Ich denke das eigentliche Problem vieler kleinen und mittelständisches Unternehmen ist nicht Corona, sondern eine Steuerpolitik, die es einem nicht leicht macht. Wenn man im letzten Jahr an einem Freitag oder Samstagabend im Lesser Panda vorbeigeschaut hat, könnte man denken, Vincent und ich hätten die Schubkarren voll Kohle mit nach Hause genommen und müssten jetzt diese Krise locker aussitzen können. Tatsächlich können aber selbst Läden wie der Panda oder sogar Mälzer bei den geringen Margen keine ernsthaften Rücklagen aufbauen. 
Vor Corona befand sich die Gastronomie schon länger in einer ganz anderen Krise, dem Personalmangel. Die Gastronomie kann nicht als attraktiver Arbeitgeber mithalten gegen stärkere Branchen am Markt mit besserer Marge, braucht aber gleichzeitig im Schnitt viermal so viel Personal, um den gleichen Umsatz zu erzielen wie im Einzelhandel. 

Gastronomen brauchen Entlastungen vom Staat keine Soforthilfe! Hätten wir letztes Jahr, so wie seit Jahren von der DEHOGA gefordert, schon den vergünstigten Steuersatz von 7% statt 19% Mwst gehabt, hätte die Branche nicht nur ihr Personal besser bezahlen können und damit potentiell eine attraktive Branche für den Nachwuchs sein können. Wir hätten vorab auch Rücklagen bilden können, um diese Krise aus eigener Kraft zu überstehen. 


Wie können wir unterstützen: Was bietet ihr aktuell an?

Wir haben versucht, schnell zu reagieren und eine Idee umgesetzt, mit der wir schon länger gespielt haben: Ein Onlineshop! Wir liefern unsere Ramen-Sets auch deutschlandweit. Das macht uns echt happy.

Ihr bekommt also unsere frische gemachten Ramen Nudeln, unsere Brühe, den geschmorten Schweinebauch und so weiter, alles, was zu Ramen dazu gehört (natürlich auch vegan möglich) und könnt sie euch in kürzester Zeit mit einer liebenvollen Anleitung zu Hause zubereiten. Das beste daran für mich persönlich ist, dass ich jetzt auch immer ein zwei Sets bei mir Zuhause habe und mir abends nochmal schnell Ramen fertigmachen kann, wenn es mal wieder spät wird im Büro...

 

www.lesser-panda-ramen.de

 

#saveyourlifestyle